Drucken

Da bekanntlich Vorbeugen besser und leichter als Heilen ist, möchten wir an dieser Stelle exemplarisch darstellen wie entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Sprachförderung aussehen können.

Um z. B. einer ausgeprägten Sprachentwicklungsstörung entgegen zu wirken können sog. Late Talker als Risikokinder speziell gefördert werden. Als Late Talker werden Kinder bezeichnet, die im Alter von 24 Monaten weniger als 24 Worte sprechen und keine Zweiwortäußerungen bilden. Dieses Kriterium erklärt sich daraus, dass man davon ausgeht, dass ein Wortschatzumfang von 50 Wörtern notwendig ist um zur sogenannten „Wortschatzexplosion“ zu gelangen. Bei der Kinder in kürzester Zeit einen stark anwachsenden Wortschatz zeigen. Das Kriterium der Zweiwortäußerung stützt sich darauf, dass diese als Basis für einen Einstieg in die Grammatikentwicklung angenommen wird.

Bei der Erfassung von Late Talkern stützt man sich auf dafür entwickelte Elternfragebögen. Durch die somit früh einsetzende Therapie können einerseits Eltern durch die damit verbundene Beratung unterstützt werden und andererseits die Kinder ihren Rückstand aufholen. Bis zu 50% der so erfassten Risikokinder können bis zu ihrem dritten Geburtstag ihren Rückstand aufholen. Die übrigen Kinder benötigen im Rahmen einer Spracherwerbsverzögerung  weitere sprachtherapeutische Förderung.

Um  einer Stimmstörung vorzubeugen, können Maßnahmen zur sog. Stimmhygiene helfen. In diesem Kontext ist es beispielsweise wichtig bei Infekten die Stimme zu schonen. Stimmschonung bedeutet einerseits wenig zu sprechen, andererseits leise zu sprechen. Flüstern ist belastend für die Stimme und sollte vermieden werden. Hilfreich kann auch die Inhalation sein. Nehmen Sie hierfür keine Kamille, besser ist z.B. Emser Salz.  Grundsätzlich sollten Sie viel trinken, falls Sie gerne Bonbons lutschen, verzichten Sie auf Bonbons, die ätherische Öle enthalten. Besser sind z. B. Salbeibonbons. Vermeiden Sie gegen Störlärm anzureden und bauen Sie bei hoher stimmlicher Belastung Erholungsphasen für die Stimme mit ein. Vermeiden Sie gewohnheitsmäßiges Räuspern! Räuspern regt zusätzlich die Schleimbildung  an und verstärkt nur das Gefühl sich erneut räuspern zu müssen.

Um myofunktionellen Störungen und damit einem falschen Schluckmuster und/oder einem Lispeln entgegenzuwirken ist eine frühzeitige Stärkung der Mundmotorik günstig. Schon bei Säuglingen können Sie darauf achten Flaschensauger mit möglichst breiter Lippenauflage zu kaufen. Eine lange Stillzeit (mind. 6 Monate) bildet die beste Voraussetzung um das zunächst nach vorne gerichtete Schluckmuster des Säuglings abzubauen. Des Weiteren können Sie bereits mit kleinen Kindern spielerisch mit Ansaugübungen, z. B. mit einem Strohhalm Papierschnipsel ansaugen und transportieren, Pusteübungen- z. B. Seifenblasenpusten oder Kerzen auspusten die Muskeln stärken. Auch gezielte Übungen wie z.B. die Zunge weit ans Kinn herausstrecken, die Zunge zur Nase zeigen lassen oder sie von innen gegen die Wange drücken lassen, können die Zungenmuskulatur kräftigen. Das Trinken mit dem Strohhalm kann wiederum die Lippenmuskeln trainieren.